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Arsen im Trinkwasser – Grenzwert, Symptome, Wasseranalyse

Arsen im Trinkwasser ist ein ernstzunehmendes Thema, das Verbraucher in Deutschland und weltweit betrifft. Als natürlich vorkommendes Halbmetall gelangt Arsen durch geologische Prozesse, aber auch durch industrielle Einflüsse in das Grund- und damit in das Trinkwasser. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Risiken von Arsen ausgehen, wie es sich auf die Gesundheit auswirkt, wo es in Deutschland verstärkt vorkommt und welche Möglichkeiten der Entfernung bestehen.1

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Wo ist Arsen enthalten – und wie gelangt es ins Trinkwasser?

Geogene Quellen: Arsen aus dem Untergrund

Besonders vulkanisch geprägte Böden, Erzvorkommen und Sedimente mit hohem Schwefelgehalt enthalten erhöhte Konzentrationen an Arsen. In Regionen mit arsenhaltigen Mineralien wie Arsenopyrit (FeAsS), Realgar (As₄S₄) oder Orpiment (As₂S₃) kann es durch Verwitterung und Wasserlöslichkeit zu einem natürlichen Eintrag in das Grundwasser kommen. Dieser sogenannte geogene Eintrag ist weltweit verbreitet – betroffen sind unter anderem Regionen in Südostasien, Südamerika, aber auch bestimmte Gegenden in Europa, einschließlich Deutschlands.2

Anthropogene Quellen: Menschliche Einflüsse

Neben natürlichen Quellen kann Arsen auch durch menschliche Aktivitäten in die Umwelt und somit in das Trinkwasser gelangen. Historisch wurde es zum Beispiel in der Erzverhüttung, Glasherstellung oder in der chemischen Industrie verwendet. Heute stellen vor allem Altlasten, Rückstände von Holzschutzmitteln (z. B. Arsenverbindungen wie Chromarsenat), sowie Rückstände aus der Pestizidanwendung ein Problem dar. In vielen Regionen der Welt – etwa in Bangladesch – wurde früher arsenhaltiges Pestizid zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt, was heute noch Folgen für Grundwasser und Boden hat. In Deutschland zählen Altdeponien, Rückstände aus der Montanindustrie sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen mit Arsen belasteten Rückständen zu den relevanten anthropogenen Quellen. Wenn solche Flächen nicht fachgerecht saniert wurden, können Arsenverbindungen durch Regenwasser in tiefere Bodenschichten einsickern und das Grundwasser verunreinigen.3

Wie gefährlich ist Arsen im Trinkwasser?

Im Kontext der Trinkwasser Gesundheitsrisiken stellt Arsen weltweit eine der bedeutendsten Belastungen dar, vor allem in Gebieten mit natürlichen Arsen Vorkommen oder unzureichend aufbereitetem Trinkwasser. Schon geringe Mengen über einen längeren Zeitraum können die Gesundheit ernsthaft beeinträchtigen – das betrifft nicht nur Entwicklungsländer, sondern auch einzelne Regionen in Europa und Deutschland.

Toxikologische Bewertung

Arsen wirkt in verschiedenen Formen unterschiedlich stark toxisch. Die anorganischen Arsenverbindungen, die im Trinkwasser am häufigsten auftreten (insbesondere Arsenit und Arsenat), gelten als besonders gefährlich. Sie reichern sich im Körper an und entfalten ihre Wirkung meist schleichend – insbesondere bei chronischer Aufnahme.

Wirkmechanismen von Arsen: 

  • Zellschädigung und DNA-Schäden: Arsen fördert oxidative Prozesse und schädigt die Erbsubstanz. 
  • Störung des Enzymstoffwechsels: Arsen hemmt verschiedene Enzyme, die zelluläre Prozesse regulieren. 
  • Krebserzeugendes Potenzial: Arsenverbindungen gelten als krebserregend für den Menschen und stehen im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Haut-, Lungen-, Leber- und Blasenkrebs. 
Bereits ab einer Konzentration von 10 µg/L – dem aktuellen Grenzwert – ist das Risiko erhöht. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 sowie neurologische Beeinträchtigungen (z. B. Taubheitsgefühl, Muskelschwäche) werden mit einer chronischen Arsenbelastung in Verbindung gebracht.

Besondere Gefährdung für sensible Bevölkerungsgruppen

Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen gelten als besonders empfindlich gegenüber Arsen im Trinkwasser. Bei Säuglingen kann eine dauerhafte Belastung das Wachstum, die neurologische Entwicklung und das Immunsystem negativ beeinflussen. Auch das Risiko für angeborene Fehlbildungen steigt. Schwangere sollten daher bei der Qualitätsbeurteilung von Trinkwasser Arsen besonders beachten – insbesondere bei Eigenversorgungsanlagen.

Grenzwerte und rechtliche Regelungen

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2023) legt den Grenzwert für Arsen in Deutschland auf 10 Mikrogramm pro Liter (µg/L) fest.5 Dieser Wert entspricht der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und stellt eine Risikoschwelle dar6, unter der laut aktueller Datenlage keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung zu erwarten ist. In Ländern wie den USA, Kanada oder der Schweiz wird dieser Grenzwert ebenfalls angewendet.

Internationale Vergleiche und Herausforderungen

In vielen Teilen der Welt ist Arsen im Trinkwasser ein ernstzunehmendes Problem. Besonders dramatisch ist die Situation in Bangladesch, Indien, Nepal, China, Argentinien und Teilen der USA (z. B. Kalifornien). Dort wurden Konzentrationen im Trinkwasser von mehreren Hundert Mikrogramm pro Liter gemessen. Millionen Menschen sind betroffen, viele leiden an den Spätfolgen chronischer Arsen Vergiftung. 

 In Deutschland ist die Situation besser kontrolliert – dennoch gibt es auch hier Hotspots mit geogener Arsenbelastung, in denen Wasserversorger aufwendige Aufbereitungsverfahren einsetzen müssen, um die Grenzwerte einzuhalten.

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Deutschlandkarte: Wo ist Arsen im Leitungswasser ein Problem?

Auch wenn die Trinkwasserqualität in Deutschland grundsätzlich hoch ist, gibt es einzelne Regionen mit natürlicher oder anthropogen bedingter Arsenbelastung. Die Konzentrationen im Grundwasser hängen maßgeblich von der geologischen Beschaffenheit des Untergrunds, der Bodenchemie sowie von historischen Nutzungseinflüssen ab. Betroffen sind vor allem Gebiete, in denen arsenhaltige Gesteine vorkommen oder in denen über längere Zeit Bergbau, Industrie oder Landwirtschaft mit arsenhaltigen Stoffen betrieben wurden.

Besonders arsenkritische Regionen in Deutschland sind:

Die Karte des BGR zeigt deutlich, dass Arsen-Gehalte im Grundwasser regional stark variieren – abhängig von geologischen Bedingungen und historischen Nutzungseinflüssen.
BGR - Grundwasser - Karte der Hintergrundwerte am Beispiel von Arsen 

Regionen mit besonders erhöhten Hintergrundwerten: 

  • Erzgebirge und Harzregion: In diesen Mittelgebirgen führte jahrhundertelanger Bergbau auf Blei, Silber und andere Metalle zur Ablagerung arsenhaltiger Erze an Halden. Regenwasser kann daraus Arsen lösen und ins Grundwasser transportieren. 
  • Niedersachsen (Heide): Die Lüneburger Heide weist geogene Arsenvorkommen im Untergrund auf, die auf der Karte durch mittlere bis höhere Werte sichtbar sind. Zusätzlich können Deponiereste und Industrieflächen die Belastung lokal erhöhen. 
  • Teile Bayerns (z. B. Isar‑Inn‑Hügelland, Donauraum): Hier zeigen sich aufgrund befördertem Gestein sowie früherer landwirtschaftlicher Anwendung arsenhaltiger Pestizide ebenfalls überdurchschnittliche Werte. Intensive Grundwasserentnahme verstärkt unter Umständen die Mobilisierung von Arsen aus tieferen Bodenschichten. 
  • Rheinland-Pfalz und Saarland: Die Karte fällt auch hier in Regionen mit naturnahem, aber auch anthropogen aufgeprägtem Hintergrund aus – insbesondere in ehemaligen Bergbau- und Industriegebieten, z. B. Eisenerz- und Kohleabbau. 
Die Belastung variiert stark auf lokaler Ebene und ist nicht flächendeckend – es handelt sich meist um punktuelle oder kleinräumige Belastungen im Untergrund. Dennoch sind Wasserversorger in diesen Gebieten gefordert, das geförderte Rohwasser regelmäßig zu kontrollieren. 

Viele von ihnen setzen spezielle Verfahren zur Arsenentfernung ein – etwa durch Adsorption mit Eisenhydroxid, Filtration, Mischung mit unbelastetem Wasser oder durch den Einsatz moderner Membrantechnologien (z. B. Umkehrosmose). Bei privaten Brunnen fehlt jedoch häufig die regelmäßige Kontrolle, sodass hier ein erhöhtes Risiko für unentdeckte Belastungen besteht. 

Ein gezielter Wassertest Arsen ist daher insbesondere bei Eigenversorgungsanlagen oder Verdacht auf regionale Belastung dringend zu empfehlen. Wassertest-Arsen hier? Arsen im Trinkwasser: Die Wasseranalyse auf Arsen

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Arsenvergiftung: Symptome erkennen und einordnen

Was passiert bei einer Arsenvergiftung? Die gesundheitlichen Auswirkungen hängen stark von der Dosis und der Dauer der Aufnahme ab. Grundsätzlich wird zwischen akuter toxischer und chronischer Arsenvergiftung unterschieden:

Akute Arsenvergiftung (toxisch):

Diese tritt bei der Aufnahme großer Arsenmengen in kurzer Zeit auf – etwa durch belastetes Wasser oder kontaminierte Lebensmittel. Typische Symptome einer akuten Arsenvergiftung sind: 

  • Übelkeit, Erbrechen und Durchfall 
  • Bauchschmerzen Krämpfe und Kreislaufzusammenbruch 
  • Herzrhythmusstörungen bis hin zum Organversagen 
Bei einer akuten Arsenvergiftung ist schnelles Handeln entscheidend – ohne umgehende ärztliche Behandlung kann der Zustand lebensbedrohlich werden.


Chronische Arsenvergiftung:

Viel gefährlicher, weil schwer erkennbar, ist das Risiko einer chronischen Arsenvergiftung durch die langfristige Aufnahme von Arsen über das Trinkwasser. Die Symptome entwickeln sich über Jahre hinweg und werden oft nicht sofort mit der Wasserqualität in Verbindung gebracht. 

Dazu zählen: 

  • Hautveränderungen (Pigmentflecken, Verhornungen) 
  • Gefühlsstörungen an Händen und Füßen 
  • Schwäche, Müdigkeit 
  • Erhöhtes Risiko für Haut-, Lungen-, Blasen- und Leberkrebs 
Wichtig: Wer Anzeichen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung bemerkt und den Verdacht auf eine langfristige Arsenbelastung hat – etwa durch belastetes Leitungswasser oder Wasser aus einem privaten Brunnen – sollte zeitnah ärztlichen Rat einholen.

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Kann man Arsen durch Abkochen entfernen?

Die Vorstellung, dass sich aus belastetem Wasser Arsen durch Aufkochen entfernen lässt, ist ein weitverbreiteter Irrtum. Tatsächlich ist das Abkochen zur Arsenreduktion nicht geeignet. Arsen liegt im Trinkwasser überwiegend in gelöster Form als Arsenit (As³⁺) oder Arsenat (As⁵⁺) vor. Diese Verbindungen sind thermisch stabil und bleiben auch bei Erhitzung erhalten. Durch den Verdunstungsverlust von Wasser während des Kochvorgangs kann sich die Konzentration des enthaltenen Arsens sogar erhöhen.7

  • Arsenverbindungen sind nicht flüchtig und werden beim Erhitzen nicht entfernt 
  • Beim Abkochen verringert sich das Wasservolumen, während die gelösten Stoffe, einschließlich Arsen, zurückbleiben
  • Infolgedessen kann die relative Arsenkonzentration ansteigen
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Arsen im Wasser entfernen: Diese Methoden helfen

Um aus dem Trinkwasser Arsenverbindungen effektiv entfernen zu können, sind spezielle Verfahren der Wasseraufbereitung erforderlich. Welche Methode im Einzelfall geeignet ist, hängt von mehreren Faktoren ab – darunter die Form und Konzentration des Arsens, die Wasserzusammensetzung sowie die geplante Nutzung. Eine fundierte Beratung durch eine spezialisierte Fachfirma ist in jedem Fall unerlässlich. 

 Im Folgenden stellen wir Ihnen einige gängige Verfahren vor, die in der Praxis zur Anwendung kommen können. 

  • Adsorberanlagen mit Eisenhydroxid-Granulat
    Arsen haftet an der Oberfläche von Eisenverbindungen – diese Methode wird häufig in der öffentlichen Wasseraufbereitung eingesetzt. 
  • Umkehrosmoseanlagen (Reverse Osmosis)
    Diese Anlagen filtern gelöste Stoffe, darunter auch Arsen, mithilfe halbdurchlässiger Membranen aus dem Wasser. 
  • Biologische Verfahren
    Innovative Systeme wie der ARSOLUX Biosensor8 kombinieren Arsennachweis mit biologischer Filtration und könnten zukünftig auch in der Trinkwasseraufbereitung eine Rolle spielen.

Wenn Hinweise auf eine Belastung mit Arsen bestehen, ist ebenfalls eine gezielte Überprüfung des Trinkwassers sinnvoll. Arsen ist ein natürlich vorkommendes Spurenelement, das je nach Region und geologischen Bedingungen in das Grundwasser gelangen kann. Anders als viele mikrobiologische Verunreinigungen ist Arsen in der Regel weder sichtbar noch riechbar oder schmeckbar: Gerade deshalb bleibt eine Belastung oft unbemerkt und kann nur über eine Analyse sicher erkannt oder ausgeschlossen werden. 

Um Ihr Trinkwasser gezielt auf Arsen zu prüfen, empfehlen wir Ihnen unserer Arsen Wasseranalyse. Damit erhalten Sie eine verlässliche Einschätzung, ob eine Arsenbelastung vorliegt und ob weiterer Handlungsbedarf besteht.

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Unsere Quellen

1Vgl.: Umweltbundesamt (UBA): „Arsen im Trinkwasser – Informationen zu Herkunft, Wirkung und Bewertung“, letzter Zugriff: 12.06.2025. 

2Vgl.: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR): „Karte der Hintergrundwerte am Beispiel von Arsen“, letzter Zugriff: 12.06.2025. 

3Vgl.: Umweltbundesamt (UBA): „Arsen“, letzter Zugriff: 12.06.2025. 

4Vgl.: Schuhmacher-Wolz, U. (2017). „Metalle und ihre Verbindungen als Kontaminanten in Lebensmitteln“, letzter Zugriff: 12.06.2025. 

5Vgl.: Bundesministerium der Justiz: „Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV)“, 2023, (zuletzt gesehen am 12.06.2025). 

6Vgl.: DVGW: „Trinkwasserverordnung“, letzter Zugriff: 12.06.2025. 

7Vgl.: AGES – Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Österreich): „Arsen in Trinkwasser“, letzter Zugriff: 12.06.2025.

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