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Woher kommt unser Trinkwasser?

Bestimmt erinnern Sie sich noch aus der Schule an die Sache mit dem Wasserkreislauf: wie das Wasser verdunstet, sich am Himmel zu Wolken sammelt und dann als Regen auf die Erde fällt. Anschließend versickert der Regen oder er fließt direkt in Bäche, Flüsse, Seen oder das Meer. Irgendwo in diesem Wasserkreislauf schreitet nun der Mensch ein, um möglichst sauberes Wasser zum täglichen Gebrauch zu gewinnen. In unserem Beitrag erfahren Sie alles Wissenswerte zu den Themen Trinkwassergewinnung, Trinkwasseraufbereitung, Trinkwasserversorgung und Trinkwasserqualität.


Woher kommt unser Trinkwasser

Woher kommt unser Trinkwasser – I: Trinkwassergewinnung

Optimales Trinkwasser ist Grundwasser aus tiefen Bodenschichten. Es ist durch ausreichend filtrierende Schichten versickert und enthält natürliche Mineralstoffe. Früher erfolgte die Wasserversorgung der Bevölkerung tatsächlich über Brunnen oder Quellen, deren Wasser direkt aus dem Boden kam. In kleinen Dörfern war der Dorfbrunnen ein zentraler Ort, an dem sich die Einwohner beim Wasser holen trafen.

Heute wird die Trinkwassergewinnung in Deutschland fast ausschließlich von zentralen Wasserwerken geregelt. Sie leiten das Wasser aus natürlichen Vorkommen in eine Anlage zur Trinkwasseraufbereitung, wo es getestet und unter Umständen gemischt, filtriert oder anderweitig behandelt wird. Das Resultat ist Leitungswasser in Trinkwasserqualität: eines der am stärksten kontrollierten Lebensmittel in der EU. Allerdings ist der Verbrauch an Leitungswasser so hoch, dass neben dem oben beschriebenen Grundwasser unter anderem auch noch Oberflächenwasser als Rohwasser verwendet werden muss.


  Woher kommt unser Trinkwasser – II: Rohwasser Herkunft

Laut einer Statistik des Umweltbundesamts setzt sich das Rohwasser der größeren Wasserwerke in Deutschland im landesweiten Durchschnitt aus folgenden Wasserarten zusammen:

Grundwasser 74 %
Uferfiltrat 5 %
künstlich angereichertes Grundwasser 6 %
Oberflächenwasser 14 %
sonstige Ressourcen wie Quellen etc. 1 %


  Woher kommt unser Trinkwasser – III: Trinkwasseraufbereitung

In vielen Regionen weist das Rohwasser eine so gute Wasserqualität auf, dass es ohne Aufbereitung an den Verbraucher weitergeleitet werden könnte. Da die Wasserwerke aber häufig Wasser aus verschiedenen Ressourcen mischen, wird in der Praxis doch das meiste Trinkwasser aufbereitet. Oberflächenwasser wird immer einer Trinkwasseraufbereitung unterzogen.

Beim Aufbereitungsprozess wird oftmals die Konzentration natürlicher Stoffe wie Eisen oder Mangan verringert. Außerdem werden eventuell gesundheitsschädliche Verunreinigungen oder Schadstoffe weitgehend eliminiert. Je nach Region und Wetterbedingungen kann eine Desinfektion des Wassers notwendig werden – beispielsweise, wenn Bakterien aus der Jauche-Düngung von landwirtschaftlichen Nutzflächen nach Starkregen in die Flüsse geschwemmt werden. Das Aufbereitungsverfahren beginnt mit der Entfernung von Partikeln durch Filter und Membranen. Gelöste Stoffe werden durch Aktivkohlefilter und durch Ionenaustausch- oder Oxidationsverfahren entfernt.

  Woher kommt unser Trinkwasser – IV: Trinkwasserversorgung

Mehr als 99 % des Trinkwassers wird von zentralen Wasserwerken als Leitungswasser an die Haushalte in Deutschland geliefert. Leitungswasser muss vom Wasserwerk bis hin zum Wasserhahn im Privathaushalt den Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung entsprechen. Auf seinem Weg durch das Leitungsnetz kommt es mit vielen verschiedenen Materialien in Kontakt, die keine schädlichen Auswirkungen auf die Qualität des Wassers haben dürfen.

Wasserrohre aus Blei sind schon lange wegen ihrer schädigenden Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit verboten. Mittlerweile sind die Richtlinien zum Verbraucherschutz aber noch strenger geworden:

Seit Anfang 2018 ist es auch nicht mehr gestattet, Fremdkörper wie Glasfaserkabel zum Internetempfang innerhalb der Leitungen zur Trinkwasserversorgung zu verlegen.


  Wichtig zu wissen: Das Wasserwerk ist übrigens nur für die Wasserqualität bis hin zur Wasseruhr zuständig. Ab dort unterliegen die Installationen zur Verteilung des Wassers der Verantwortung des Hausbesitzers. Bei mangelhafter Wasserqualität innerhalb des Hauses droht ihm Strafverfolgung.


  Woher kommt unser Trinkwasser – V: Trinkwasser Qualität

Zum Schutz des Endverbrauchers wurde 2001 die deutsche Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) erlassen, in der die Vorschriften für die Qualität des Trinkwassers in Deutschland festgelegt sind. Die aktuell gültige Fassung ist die (Zitat) "Trinkwasserverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. März 2016 (BGBl. I S. 459), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 3. Januar 2018 (BGBl. I S. 99) geändert worden ist".

In der Verordnung werden unter anderem Parameter festgelegt, auf die unser Trinkwasser geprüft werden muss und die Häufigkeit, mit der diese Prüfungen vorgenommen werden sollen. Für die staatliche Überwachung sind Gesundheitsämter in der Verantwortung von Ländern und Gemeinden zuständig.

Bei den Parametern handelt es sich einerseits um Stoffe wie Chemikalien oder Schwermetalle, die ab einem bestimmten Grenzwert gesundheitsschädigend wirken können. Andererseits geht es um Mikroorganismen, die bestimmte Krankheiten auslösen können oder um bakterielle Indikatoren für organische Verschmutzungen. Zudem wird das Wasser auf Radioaktivität kontrolliert.

Aufgrund der strengen Qualitätskontrollen können Sie eigentlich davon ausgehen, dass Ihr Leitungswasser unbedenklich getrunken werden kann. Falls Sie dem Leitungssystem in Ihrem Haus nicht so ganz über den Weg trauen, können Sie einfach eine Wasseranalyse vornehmen. Zudem verbessern Sie die Qualität Ihres Leitungswassers dadurch, dass Sie das abgestandene Wasser aus den Rohren ablaufen lassen bevor Sie Trinkwasser zapfen.


Zum Weiterlesen:
Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. - Technisch-wissenschaftlicher Verein (DVGW) "Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch"

Umweltbundesamt "Trinkwasseraufbereitung und Trinkwasserqualität"
Umweltbundesamt "Trinkwasser"
Umweltbundesamt "Trinkwasser gewinnen"

 

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