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Legionärskrankheit - krank durch Legionellen

Chronisch kranke Menschen, ältere Mitmenschen und vor allem immunschwache Personen sind vor einer Infektion mit der Legionärskrankheit gefährdet. Diese schwere Lungenentzündung kann durch Einatmen mit von Legionellen befallenem Wasser auftreten. Magen- und Darmstörungen, hohes Fieber, Brustschmerzen und Husten sind Anzeichen für eine eventuelle Erkrankung. In wenigen Fällen kann die Legionärskrankheit auch zum Tod führen.

Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 10 Tage und ist durch eine Lungenentzündung gekennzeichnet. Die Wirkung einer Behandlung hängt davon ab, wie schnell die Krankheit diagnostiziert wurde und welche Therapie umgesetzt wird. Die Legionärskrankheit sollte frühzeitig erkannt und behandelt werden.


Legionärskrankheit  Legionärskrankheit: Lungenentzündung durch Legionellen im Wasser

Die Legionärskrankheit ist eine bakteriell bedingte, fieberhafte Infektionserkrankung, die durch sogenannte Legionellen hervorgerufen wird (= Legionellosen). Sie führt zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) mit grippeartigen Beschwerden. Die Legionärskrankheit gehört seit 2001 zu den meldepflichtigen Infektionserkrankungen. Pro Jahr werden etwa 600 Fälle in Deutschland registriert. Experten schätzen die Dunkelziffer allerdings sehr viel höher ein. So geht das Kompetenznetzwerk für ambulant erworbene Pneumonien (CAPNETZ) von 15.000 bis 30.000 Fällen jährlich aus. Dabei können Legionellosen sporadisch oder epidemisch auftreten. Die Mehrzahl der gemeldeten Fälle sind Einzelfälle.

Es kommt aber immer wieder zu Ausbrüchen wie:

  • 1999 auf einer Blumenschau in den Niederlanden mit über 20 Toten
  • 2001 in der spanischen Stadt Murcia mit über 800 Erkrankungsfällen
  • 2010 in Ulm und Neu-Ulm mit über 60 Erkrankungsfällen

Derartige Ausbrüche können zumeist auf sogenannte Rückkühlwerke von Klimaanlagen auf Dächern großer Gebäude zurückgeführt werden. Dabei gelangen kontaminierte Aerosole aus mangelhaft gewarteten Systemen von den Dächern aus in die Luft. Auch Legionellen im Wasser sind eine Gefahrenquelle.


  Wussten Sie schon, dass...

...die Legionärskrankheit erstmals 1976 bei einem Treffen ehemaliger US-Kriegsveteranen („American Legion“) in Philadelphia diagnostiziert wurde? Auf dem Treffen erkrankten gleich mehrere Teilnehmer an einer bis dahin unbekannten Lungenentzündung.


  Der Erreger - was sind Legionellen?

Legionellen sind gramnegative, stäbchenförmige Bakterien. Insgesamt sind derzeit 57 Legionella-Spezies bekannt. Wenngleich alle Legionellen als potentiell humanpathogen gelten, lösen weniger als die Hälfte Erkrankungen aus. In über 90 Prozent der Fälle ist Legionella pneumophila Auslöser der Legionärskrankheit.

Was Sie über den Erreger wissen sollten:

  • Legionellen zählen zu den häufigsten Pneumonieerregern (bis zu fünf Prozent aller Lungenentzündungen).
  • Legionellen kommen weltweit in Süßwasser vor, in geringerer Zahl in allen Oberflächengewässern und im Grundwasser.
  • Sie vermehren sich bei Temperaturen zwischen 20 und 45 °Celsius.
  • Bei Wassertemperaturen ab 55 °Celsius wird das Wachstum merklich gehemmt, ab 60 °Celsius sterben Legionellen ab.
  • Insbesondere Wasserstagnation (stehendes Wasser/Stagnationswasser) (vor allem in Wasserleitungen und -rohren kann mit erhöhten Keimzahlen einhergehen.

 

  Der Infektionsweg - wie man sich mit Legionellen infiziert

Legionellen

Prinzipiell können Sie sich überall dort infizieren, wo Warmwasserdampf entsteht, da die Infektion über die Inhalation kontaminierter Aerosole (= zerstäubtes oder vernebeltes Wasser) aus Wasseranlagen erfolgt.

Mögliche Infektionsquellen sind:

  • Warmwasseranlagen (u. a. Dusche)
  • Kaltwasseranalgen bei Anstieg der Temperatur in den Rohrleitungen durch unzureichende Isolierung oder bei Wasserstagnation
  • Klimaanlagen
  • Pflanzenberieselungsanlagen, Springbrunnen
  • Whirlpools
  • Inhalationsgeräte, Mundduschen, Luftbefeuchter

  Keine Ansteckung von Mensch zu Mensch!

Legionellen Symptome

Lediglich ein Prozent der gesunden exponierten Menschen erkrankt, zumeist ist der Verlauf asymptomatisch. Ein symptomatischer Verlauf (= Infektion mit Legionellen mit Symptomen) tritt dagegen vorrangig bei Risikogruppen wie älteren Menschen, Diabetikern, Rauchern, Alkoholabhängigen, Menschen mit chronischen Erkrankungen, vorheriger Herz- oder Lungenerkrankung oder einer Abwehrschwäche auf.

Es wird zwischen folgenden Formen differenziert:

  • Pontiac-Fieber: Etwa 90 Prozent der Erkrankten entwickeln nach einer Inkubationszeit von fünf bis 66 Stunden grippeähnliche Symptome ohne Pneumonie. Das Pontiac-Fieber weist eine gute Prognose auf, es sind keine Todesfälle bekannt.
  • Legionella-Pneumonie (= Legionärskrankheit): Etwa zehn Prozent der Erkrankten zeigen nach zwei bis zehn Tagen Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, trockenen Husten mit Schmerzen im Brustbereich sowie eine atypische Pneumonie. In einigen Fällen kommen auch gastrointenstinale Beschwerden mit Durchfall und Erbrechen hinzu. Aufgrund der Beteiligung des ZNS kann auch Benommenheit und Verwirrtheit auftreten. Die Letalität liegt bei vorher gesunden Menschen trotz Antibiotikatherapie bei 10 bis 15 Prozent, bei den genannten Risikogruppen sogar bei bis zu 80 Prozent.

  Trinkwasserverordnung zu Legionellen im Wasser

Vorrangig große Warmwasseranlagen mit ausgedehnten Rohrsystemen bieten günstige Lebensbedingungen für Legionellen. Dies gilt insbesondere für ältere und nur unzureichend gewartete Systeme. Um gesundheitsschädliche Konzentrationen von Legionellen im Wasser zu vermeiden, gehören diese seit 2011 laut Trinkwasserverordnung zu den turnusmäßig untersuchungspflichtigen Parametern. Zentrale Warmwasseranlagen müssen im Rahmen einer Legionellenprüfung regelmäßig kontrolliert werden, wenn

  • diese ein Speichervolumen von 400 Liter überschreiten oder
  • die Rohleitung von der Warmwasserbereitung bis zur Entnahmestelle mehr als drei Liter Volumen umfasst.
  • Der gesetzliche Grenzwert liegt bei 100 Legionellen pro 0,1 Liter. Überschreitungen müssen an das Gesundheitsamt gemeldet werden.

 

Das können Sie zur Vorbeugung gegen Legionellen tun:

  • Spülen Sie länger unbenutzte Duschen für einige Minuten mit heißem Wasser durch. Machen Sie dies bei geöffnetem Fenster und bleiben Sie dabei nicht im Raum.
  • Nach Urlaubsreisen oder länger als drei Tagen andauernden Kurzreisen sollten Sie sämtliche Rohrleitungen durchspülen, bis frisches Wasser aus Ihrem Wasserhahn kommt.
  • Entziehen Sie den Legionellen ihren Nährboden, indem Sie Wasserhähne und Duschköpfe regelmäßig reinigen und entkalken.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Temperatur in den Rohleitungen nicht unter 55 °Celsius fällt und stellen Sie den Temperaturregler zur Trinkwassererwärmung auf mindestens 60 °Celsius.


  Ein Wassertest gibt Ihnen Aufschluss, ob Ihr Wasser von Legionellen befallen ist!

Eine Gefährung zur Übertragung besteht insbesondere an den Stellen, wo warmes Wasser fein verteilt wird, wie bspw. Dusche, Luftbefeuchter, Inhalationsgeräte, etc.

Wasser sieht man nicht an, ob es mit Legionellen belastet ist. Daher sollten Sie bei Verdachtsmomenten nicht zögern und einen Legionellentest durchführen. Gerne beraten wir Sie auch hierzu. Mehr Infos erhalten Sie auch in unserem Beitrag über die Legionellenanalyse!

Eine Legionellenuntersuchung ist beispielsweise für für die Betreiber von gewerblichen und auch von öffentlichen Großanlagen zur Warmwasseraufbereitung verpflichtend.

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Referenzen:

Herold, Gerd et al.: Innere Medizin. 2013, Köln.
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Legionellose.html#doc2387614bodyText6
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Legionellen-Gefaehrliche-Keime-im-Trinkwasser,legionellen113.html
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/Ausgaben/13_15.pdf?__blob=publicationFile

 

Legionellen Infektionsorte in Deutschland (Quelle: RKI)

Privat/Beruflich
79%
Reisen
17%
Krankenhaus
2%
Pflegeeinrichtung
1%

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