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Durchfall durch Konsum von Wasser – kann das sein?

Wasser gilt als reines Nahrungsmittel, dem sogar heilende Wirkung nachgesagt wird. Es kann jedoch sogar hier in Deutschland passieren, dass Leitungs- und Mineralwasser mit Bakterien und anderen Schadstoffen belastet ist. Dies kann sich im Zweifelsfall negativ auf die Gesundheit auswirken.

Doch wie kann es nach dem Trinken von Wasser zu Durchfall kommen? Welche Wasserinhaltsstoffe können hierbei eine Rolle spielen?

  Welche Stoffe im Wasser können Durchfall auslösen?

Durchfall und andere Magen-Darm-Beschwerden können durch mehrere Stoffe im Wasser ausgelöst werden. Dies sind zum einen Bakterien und zum anderen Sulfat. Bei den verantwortlichen Bakterien handelt es sich in der Regel um Escherichia coli (kurz: E.coli). Sulfat ist ein Anion aus Schwefel- und Sauerstoffatomen, das in der Natur als Mineral vorkommt.

  E.coli-Bakterien im Wasser als Ursache von Durchfall

E.coli-Bakterien gehören zur Gruppe der Colibakterien (auch Kolibakterien). Sie wurden nach ihrem Entdecker Theodor Escherich benannt, der Anfang des 20. Jahrhunderts maßgebliche Forschungen zu diesen Keimen betrieb. Mit der Entdeckung der E.coli wurde eine wesentliche Ursache für Durchfallerkrankungen und Harnwegsinfekte gefunden.

Ob E.coli „gute“ oder „schlechte“ Bakterien sind, lässt sich aber trotzdem nicht so einfach beantworten. Die Bakterien besiedeln unseren Darm und übernehmen dort eine wichtige Funktion. Jedoch gibt es auch gefährliche E.coli-Stämme, die im Darm von Wiederkäuern und anderen Tieren (z.B. Kühen, Rehen, Schafen) vorkommen und die den Menschen krank machen können. Durch direkten Kontakt mit den Tieren, aber auch durch belastete Lebensmittel, können Menschen sich mit diesen Bakterien infizieren. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte z.B. der Stamm EHEC, der 2011 eine Epidemie auslöste und sogar einige Personen das Leben kostete.

Nicht alle E.coli-Stämme sind so gefährlich wie EHEC. Trotzdem sollte man beim Baden in natürlichen Gewässern vorsichtig sein, da diese mit Tier-Fäkalien verunreinigt sein können. In ausreichend gechlortem Wasser, z.B. in Schwimmbädern, besteht hingegen keine Gefahr, da das Desinfektionsmittel die Bakterien abtötet. Besonders auch Brunnenwasser kann schnell einmal von einer bakteriellen Belastung betroffen sein. Durch eine landwirtschaftliche Nutzung in der Umgebung oder umherstreunende Tiere, können durch deren Kot E.coli Bakterien aus dem Darm ins Brunnenwasser gelangen. Eine regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität ist hier besonders wichtig, da private Brunnen nicht wie beim zentralen Wasserversorger kontrolliert werden.

Auch Wasser aus dem Wasserhahn zu Hause kann mit E.coli verunreinigt sein. Hierzu kommt es z.B., wenn Spritzwasser an den Hahn gelangt, wenn der Wasserhahn mit schmutzigen Händen angefasst wird oder wenn verunreinigte Spüllappen an den Hahn gelangen. Auch Mängel im Leitungsnetz können die Vermehrung von Bakterien begünstigen.

 

 Wussten Sie schon, dass…

...E.coli nur wenige Tage im Wasser überleben können und daher ein Hinweis auf eine kürzlich erfolgte fäkale Verunreinigung des Wassers sind?

...die Trinkwasserverordnung vorgibt, dass in 100 ml Wasser keine E.coli oder coliformen Keime gefunden werden dürfen? Wurden doch Bakterien gefunden, darf das Wasser nur abgekocht getrunken werden und die Ursache für die Verkeimung muss gefunden und beseitigt werden!

 

   Durch E.coli ausgelöste Symptome

E.coli in Nahrungsmitteln und Wasser können ganz allgemein zu Durchfall führen. Außerdem zu folgenden Symptomen:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Fieber

Bei Infektionen mit EHEC können auch blutige Durchfälle und Nierenschäden auftreten.
Häufig werden aber Infektionen mit E.coli-Bakterien auch von gar keinen Beschwerden begleitet und die Krankheit wird daher nicht bemerkt.

 

  Durchfall durch Sulfat im Wasser

durchfall durch wasserNeben Bakterien kann Durchfall auch durch Sulfat im Wasser ausgelöst werden. Sulfat kommt in der Natur vor, z.B. in Form von Gips im Untergrund von Nord- und Mitteldeutschland. Durch den Kontakt mit Wasser gelangt Sulfat ins Grundwasser. Aber auch durch menschliche Tätigkeiten, wie beispielsweise Braunkohlebergbau oder unversiegelte Bauschuttdeponien, können erhöhte Sulfat-Konzentrationen im Wasser entstehen.

Vielerorts in Deutschland kann Sulfat daher auch im Leitungswasser, das in den Haushalten der Bürger genutzt wird, nachgewiesen werden.

Sulfat gilt als ungiftig. Jedoch kann der Stoff auch für Durchfall verantwortlich sein, sollte er in höheren Mengen konsumiert werden. Man geht davon aus, dass durch hohe Sulfatgehalte im Wasser Durchfall erst bei über 1200 mg/l (Erwachsene) bzw. bei über 500 mg/l oder über 66 mg/kg/Tag (Säuglinge) auftreten.

Um dies zu regulieren, gibt die in Deutschland gültige Trinkwasserverordnung einen Sulfat-Grenzwert von 250 mg/l vor. Mehr Sulfat darf also in Trinkwasser nicht vorhanden sein. Wasserversorger kontrollieren in der Regel das Wasser mehrmals täglich auf Grenzwertüberschreitungen. Sollte zu viel Sulfat im Wasser sein, können sie durch Beimischung von sulfatarmem Wasser oder durch Filtration die Konzentration senken.

Eine besondere Pflicht haben – genau wie bei den Bakterien – auch beim Sulfat die Betreiber privater Brunnen, da sie selbst für eine einwandfreie Wasserqualität verantwortlich sind.

 

   Fazit:

Ist die Qualität und Reinheit nicht einwandfrei, kann es zu Durchfall durch den Konsum von Wasser kommen. Hier spielen zum einen Darmbakterien wie E.coli eine Rolle. Zum anderen auch Sulfat. Wichtig ist, dass die Wasserhygiene eingehalten wird und auch beim Konsum anderer Nahrungsmittel auf die Hygiene geachtet wird, z.B. Hände waschen vor dem Essen, rohe Lebensmittel gut abwaschen, schälen oder kochen.

Besonders bei Auslandsaufenthalten sollte man sich immer vorab informieren, ob das Wasser direkt aus dem Hahn getrunken werden darf. An vielen Orten auf der Welt ist das Leitungswasser leider nicht von so guter Qualität wie hier in Deutschland und sollte daher gar nicht oder nur abgekocht getrunken werden.

Im Zweifelsfall sollte bei einer Erkrankung immer ein Arzt aufgesucht werden!


  Zum Weiterlesen:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärun: EHEC
Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg: Sulfat im Wasser

 

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