Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in Gewässern vorkommen und beim Einatmen feinster, legionellenhaltiger Wassertröpfchen schwere Lungenentzündungen auslösen können.¹ In Klimaanlagen gelangt das Bakterium über das eingespeiste Wasser in wasserführende Komponenten wie Kühlregister, Tropfwannen oder Luftbefeuchter, wo sich durch lauwarme Temperaturen, Biofilme und stagnierendes Wasser ideale Wachstumsbedingungen bilden.¹ Besonders im Temperaturbereich zwischen etwa 25 und 45 Grad Celsius vermehren sich Legionellen stark, sodass sich bei unzureichender Wartung hohe Keimzahlen in der Anlage aufbauen können.¹ Über die vom Gerät erzeugten Aerosole werden die Bakterien anschließend mit der Luft im Raum verteilt und können so eingeatmet werden.¹
Dies begünstigt eine Legionellenvermehrung in der Klimaanlage:¹
- Stagnierendes oder selten ausgetauschtes Wasser in der Anlage
- Lauwarme Temperaturen im kritischen Bereich von etwa 25 bis 45 Grad Celsius
- Ablagerungen und Biofilme in Leitungen, Tropfwannen und Wasserbehältern
- Unzureichende oder unregelmäßige Wartung und Reinigung
- Konstruktionen mit Toträumen, in denen Wasser stehen bleibt
Gelangen Legionellen über Aerosole aus Klimaanlagen in die Lunge, können sie von grippeähnlichen Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen (Legionärskrankheit) mit teils hoher Sterblichkeit führen.
Legionärskrankheit Symptome:
- Plötzlich hohes Fieber und Schüttelfrost
- Starker Husten (anfangs trocken, später mit Auswurf)
- Ausgeprägtes Krankheitsgefühl und starke Müdigkeit
- Atemnot und Brustschmerzen
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Häufig zusätzlich Durchfall, Übelkeit oder Verwirrtheit
Besonders gefährdet für diese Krankheit sind ältere Menschen, Raucherinnen und Raucher sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem oder bestehenden Herz‑ und Lungenerkrankungen.
Ausführliche Informationen zu Symptomen und Risikogruppen finden Sie in unserem Ratgeber: Legionellen Symptome – So erkennen Sie eine Infektion.
Eine mögliche Legionellenbelastung in Klimaanlagen zeigt sich nicht direkt an der Technik, sondern vor allem an Hinweisen in der Nutzung und am Anlagenzustand.³,⁴ Typische Warnsignale sind zum Beispiel muffiger oder „feuchter“ Geruch aus der Anlage, sichtbare Verschmutzungen in Tropfwannen, Filtern oder Befeuchterkammern sowie Kondenswasser, das sich in der Anlage staut oder schlecht abläuft.³,⁵ In wasserführenden Klimakomponenten mit lauwarmen Temperaturen, längeren Standzeiten und Biofilmbildung steigt das Risiko, dass sich Legionellen vermehren und über Aerosole in die Raumluft gelangen.⁶,⁷
Sicher bewerten lässt sich eine Legionellenbelastung jedoch nur durch fachgerechte Untersuchung der Klimaanlage. Die einschlägigen Hygieneregeln (z. B. VDI 6022) sehen hierfür regelmäßige Hygieneinspektionen vor, bei denen Zustand und Sauberkeit der RLT‑Anlage geprüft und Wasserproben aus kritischen Bereichen (z. B. Luftbefeuchter, Kühltürme, Waschsysteme) mikrobiologisch, auch auf Legionellen, untersucht werden.⁴,⁸ Solche Prüfungen sollten nur durch qualifizierte Fachfirmen und akkreditierte Labore erfolgen, da Probenahme, Transport und Analyse speziellen Anforderungen unterliegen.⁴,⁸ Für Betreiber bedeutet das: Verdacht auf Legionellen in der Klimaanlage besteht immer dann, wenn wasserführende Komponenten mit lauwarmem, stehendem Wasser, mangelnder Wartung und sichtbaren hygienischen Mängeln zusammentreffen – abgeklärt werden kann er nur durch eine professionelle Untersuchung nach den geltenden Hygienerichtlinien.⁴,⁶
Dieser Mechanismus ähnelt einer natürlichen Brutstätte und erhöht sowohl die Keimzahl als auch die Widerstandsfähigkeit der Bakterien.
Die Vermehrungsrate wird maßgeblich durch die Wassertemperatur beeinflusst. Legionellen beginnen sich ab etwa 20 Grad Celsius langsam zu vermehren, erreichen ihr optimales Wachstum zwischen 25 und 45 Grad Celsius und überleben auch Temperaturen bis etwa 50 Grad Celsius. Erst bei dauerhaft höheren Temperaturen wird ihre Vermehrung zuverlässig unterbunden oder die Bakterien abgetötet. Treffen geeignete Temperaturen, Biofilmstrukturen und ausreichend lange Verweilzeiten des Wassers zusammen, kann sich die Konzentration von Legionellen in der Wasserleitung innerhalb kurzer Zeit deutlich erhöhen.
Um eine Belastung Ihrer Klimaanlage mit Legionellen sicher festzustellen, ist eine gezielte Wasseranalyse im Fachlabor notwendig.⁹ Dabei werden Wasserproben aus den für Aerosolbildung relevanten, wasserführenden Bereichen der Anlage (z. B. Befeuchter, Kühlregister, Tropfwannen) entnommen und im Labor auf Legionellen kultiviert und ausgewertet.⁹
Über Test-Wasser.de können Sie eine passende Legionellenanalyse beauftragen, bei der Sie ein Probenahme‑Set erhalten, die Probe nach Anleitung entnehmen und an ein akkreditiertes Labor senden.¹⁰ Das Labor untersucht die Probe nach wissenschaftlichen Standards und erstellt einen Prüfbericht, in dem Ihr Messergebnis verständlich erläutert und gegenüber den einschlägigen Richtwerten eingeordnet wird.⁹,¹⁰ So sehen Sie auf einen Blick, ob Handlungsbedarf besteht und ob weitergehende Maßnahmen an Ihrer Trinkwasser‑ bzw. Klimaanlage erforderlich sind.⁹,¹⁰
Weitere Informationen und die passenden Tests finden Sie hier: Legionellen Test.
Um Legionellen in Klimaanlagen vorzubeugen, ist ein hygienisch einwandfreier Betrieb entscheidend.¹¹,¹² Dazu gehören regelmäßige Wartung und Reinigung aller wasserführenden Komponenten, das konsequente Entfernen von Biofilmen und Ablagerungen sowie die Vermeidung von Wasserstagnation in Tropfwannen, Leitungen und Befeuchtersystemen.¹¹,¹³ Gewartete Klimaanlagen bieten schlechtere Wachstumsmöglichkeiten für Legionellen. Die VDI‑Richtlinie 6022 fordert hierfür wiederkehrende Hygieneinspektionen durch geschultes Fachpersonal, bei denen Sauberkeit, Funktion und Hygienezustand der gesamten RLT‑Anlage überprüft und dokumentiert werden.¹²
Liegt bereits ein positiver Legionellenbefund vor, sollten Sanierungsmaßnahmen immer von spezialisierten Fachbetrieben geplant und umgesetzt werden.¹¹ In der Praxis umfasst dies je nach Anlagentyp die gründliche mechanische Reinigung (z. B. Entfernen von Schlamm, Biofilm und Ablagerungen), eine gezielte Desinfektion der betroffenen Anlagenteile sowie, falls nötig, den Austausch stark kontaminierter Bauteile wie Filter, Befeuchter oder Rohrsegmente.¹¹,¹³ Parallel dazu müssen Prüfintervalle angepasst, Wartungspläne optimiert und gegebenenfalls technische Ergänzungen wie automatische Spülungen oder ergänzende Desinfektionsstufen eingerichtet werden, damit sich das Risiko einer erneuten Legionellenvermehrung dauerhaft reduziert.¹¹,¹²
Helfen Filter gegen Legionellen in Klimaanlagen?
Filter können die Keimbelastung der Luft verringern, bieten aber keinen zuverlässigen Schutz vor Legionellen in Klimaanlagen. Entscheidend ist der hygienische Betrieb der wasserführenden Komponenten: Nur durch regelmäßige Wartung, Reinigung, Vermeidung von Wasserstagnation und gegebenenfalls Desinfektionsmaßnahmen lässt sich das Legionellenrisiko wirksam senken.
Dabei nehmen geschulte Fachkräfte Wasserproben aus den relevanten, wasserführenden Bereichen der Anlage – etwa Befeuchter, Kühlregister oder Tropfwannen – nach klar definierten Vorgaben und lassen diese in einem spezialisierten Labor auf Legionellen untersuchen. Auf Basis des Prüfberichts können Sie als Betreiberin oder Betreiber nachvollziehen, ob Grenz‑ bzw. Richtwerte überschritten werden, welche Gefährdung besteht und ob akuter Handlungsbedarf (z. B. Reinigung, Desinfektion, Anpassung der Wartungsintervalle) gegeben ist. Eine regelmäßig beauftragte professionelle Legionellenprüfung dokumentiert gegenüber Behörden und Versicherungen, dass Sie Ihre Sorgfaltspflichten ernst nehmen.
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Wie gelangen Legionellen in eine Klimaanlage?
Legionellen gelangen über Wasser in wasserführende Bauteile wie Befeuchter, Kühlregister oder Tropfwannen und können sich dort bei lauwarmen Temperaturen und Stagnation vermehren.
Warum sind Legionellen in Klimaanlagen gefährlich?
Beim Betrieb der Anlage entstehen Aerosole, die Legionellen enthalten können und beim Einatmen Infektionen bis hin zur schweren Legionärskrankheit auslösen.
Welche Anzeichen deuten auf ein Legionellenrisiko hin?
Muffiger Geruch, sichtbare Verschmutzungen in Tropfwannen oder Filtern, stehendes Kondenswasser und fehlende oder unregelmäßige Wartung sind typische Warnsignale.
Wie lässt sich eine Klimaanlage auf Legionellen untersuchen?
Sicherheit bietet nur eine Laboranalyse, bei der Wasserproben aus kritischen Bereichen der Anlage entnommen und mikrobiologisch auf Legionellen geprüft werden.
Wie oft sollte eine Klimaanlage gewartet werden?
Klimaanlagen sollten regelmäßig gemäß Herstellerangaben und geltenden Hygienerichtlinien gewartet und in festgelegten Abständen einer Hygieneinspektion unterzogen werden.
Welche Maßnahmen beugen Legionellen in Klimaanlagen vor?
Wichtig sind regelmäßige Reinigung, das Entfernen von Biofilmen, die Vermeidung von Wasserstagnation sowie ein fachgerechter, hygienischer Betrieb der wasserführenden Komponenten.
Was ist zu tun, wenn Legionellen nachgewiesen wurden?
Die Anlage sollte durch einen Fachbetrieb gereinigt und desinfiziert, bei Bedarf Bauteile ausgetauscht und anschließend erneut kontrolliert werden.
Wer gehört zur Risikogruppe für Legionelleninfektionen?
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit geschwächtem Immunsystem sowie Menschen mit bestehenden Herz‑ oder Lungenerkrankungen.
Quellen
¹ Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber – Legionellose, https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Legionellose.html, abgerufen am 30.01.2026.
² Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber – Legionellose, https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Legionellose.html, abgerufen am 30.01.2026.
³ Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg: Legionellen in Trinkwasser-Hausinstallationen, https://www.gesundheitsamt-bw.de/informationen-fuer-buergerinnen-und-buerger/hygiene/wasserhygiene/legionellen-in-trinkwasser-hausinstallationen, abgerufen am 30.01.2026.
⁴ Verein Deutscher Ingenieure (VDI): Gefährdung durch legionellenhaltige Aerosole aus Sicht des umweltbezogenen Gesundheitsschutzes (VDI 2047 / VDI 4250), https://www.vdi.de/news/detail/gefaehrdung-durch-legionellenhaltige-aerosole-aus-sicht-des-umweltbezogenen-gesundheitsschutzes, abgerufen am 30.01.2026.
⁵ IKZ-Fachartikel: Legionellen in Klima- und Lüftungsanlagen?, https://www.ikz.de/ikz-archiv/2002/20/0220046.php, abgerufen am 30.01.2026.
⁶ Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL): Infektionsgefährdung durch Einatmen von Legionellen-haltigen Aerosolen, https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/arbeitsplatz_umwelt/biologische_umweltfaktoren/bioaerosole/legionellen.htm, abgerufen am 30.01.2026.
⁷ Gesundheitsamt Baden-Württemberg: Legionellen in Trinkwasser-Hausinstallationen (Abschnitt Biofilm und Warmwasserleitungen), https://www.gesundheitsamt-bw.de/informationen-fuer-buergerinnen-und-buerger/hygiene/wasserhygiene/legionellen-in-trinkwasser-hausinstallationen, abgerufen am 30.01.2026.
⁸ ARGUK-Umweltinstitut: Hygiene-Inspektion nach VDI 6022, https://www.arguk.de/leistung/gebaeude/Hygieneinspektion-nach-VDI-6022.html, abgerufen am 30.01.2026.
⁹ Test-Wasser.de: Legionellen Test – So überprüfen Sie Ihr Trinkwasser, https://www.test-wasser.de/legionellen-test, abgerufen am 30.01.2026.
¹⁰ Test-Wasser.de: Wasser auf Legionellen testen, https://www.test-wasser.de/wassertest/legionellentest, abgerufen am 30.01.2026.
¹¹ Klimatechnik-Fachmagazin: Legionellen in der Klimaanlage – Ursachen & Maßnahmen, https://www.klimatechniker.net/magazin/legionellen-klimaanlage-20254310, abgerufen am 30.01.2026.
¹² Verein Deutscher Ingenieure (VDI): VDI 6022 – Hygieneanforderungen an Raumlufttechnische Anlagen, https://www.vdi.de/richtlinien/unsere-richtlinien-highlights/vdi-6022, abgerufen am 30.01.2026.
¹³ Fachartikel: Hygiene in Lüftungs- und Klimaanlagen, https://www.ikz.de/ikz-praxis-archiv/p0507/050712.php, abgerufen am 30.01.2026.