Falls bereits ein offizielles Duschverbot besteht, sollte dies unbedingt eingehalten werden. Was ist aber bei einer niedrigen oder mittleren Kontamination an Legionellen ohne Duschverbot? Duschen ist hier unter Umständen noch möglich, allerdings sollten besonders gefährdete Personen vorsichtig sein. Ggf. reduziert man die Aerosolbildung, indem man dann eher Baden statt Duschen in Erwägung zieht.
Oder bei Legionellen Duschverbot einfach kalt duschen? Tatsächlich vermehren sich Legionellen in kaltem Wasser unter 20°C kaum. Allerdings können auch in Kaltwasserleitungen Legionellen vorhanden sein.
Allerdings: Ein direkter Zusammenhang zwischen Höhe des Legionellenbefalls und einer möglichen Erkrankung ist nicht gegeben! Daten zeigen, dass vor allem der Stamm der Legionellen sowie der eigene Gesundheitszustand entscheidende Faktoren sind. Beim Parameter „Legionellen“ gibt es keinen direkten „Grenzwert“, sondern einen „technischen Maßnahmenwert“. Dieser gibt also vor allem darüber Auskunft über den Zustand der technischen Anlage und nicht über das Risiko einer Infektion.
Bevor Sie also die Dusche benutzen, obwohl Legionellen vorhanden sind, sollten Sie prüfen, ob Sie zu einer Personengruppe gehören, die ein höheres Risiko trägt.
Nicht alle Menschen haben das gleiche Risiko, an der Legionärskrankheit zu erkranken. Besonders gefährdet sind folgende Gruppen:
- Ältere Menschen: der Großteil der Erkrankten sind über 50 Jahre alt
- Männer erkranken häufiger als Frauen
- Immungeschwächte Personen durch Medikamente oder Erkrankungen
- Chronisch Kranke mit Diabetes, COPD oder Herz-/Lungenerkrankungen
- Raucher und ehemalige Raucher
Die wichtigste Präventionsmaßnahme ist die Einhaltung korrekter Temperaturen. Warmwasser sollte im Speicher mindestens 60°C erreichen und an allen Entnahmestellen mit mindestens 55°C ankommen. Kaltwasser darf maximal 20-25°C warm werden.
Im Folgenden finden Sie Checklisten, welche Maßnahmen vorsorglich oder auch bei Legionellenbefall helfen können:
- Alle Entnahmestellen (auch Gästebad, nie genutzte Dusche, etc.)
- mindestens einmal pro Woche ausgiebig nutzen/spülen
- Wasserstagnation vermeiden durch regelmäßiges Durchspülen
- Nach Urlaubsabwesenheit: Leitungen vor erster Nutzung mehrere Minuten durchspülen
- Warmwassertemperatur am Boiler auf mindestens 60°C einstellen
- Fenster öffnen beim Durchspülen (Ableitung von Aerosolen)
- Bei positiven Legionellen-Test
Thermische Desinfektion: Wasser auf 70°C erhitzen, alle Entnahmestellen mindestens 3 Minuten durchspülen
Bei hohen Werten: Installation endständiger Filter oder Legionellenfilter-System anbringen
- Zirkulationspumpen zur Vermeidung von Wasserstagnation einbauen
- Kaltwasserleitungen gegen Erwärmung isolieren
- Totleitungen und Stagnationsstrecken entfernen
- Warmwasseranlage regelmäßig warten
- Konsequente Temperaturkontrolle sicherstellen
- Gefährdungsanalyse durch einen Sachverständigen durchführen (erfolgt nach Befund bei der offiziellen Legionellenuntersuchung)
- Thermische Desinfektion, in Kombination auch mit chemischer Desinfektion
- Bauliche Veränderungen der Leitungen vornehmen
Schützt ein Mundschutz beim Duschen?
Trotz Legionellen Duschen mit Mundschutz, FFP2, FFP3 - ein FFP2-Mundschutz kann theoretisch einen gewissen Schutz bieten, da er Aerosole filtert. Allerdings ist dies keine praktikable oder dauerhafte Lösung. Für Personen, wie Trinkwasser-Probenehmer gehören solche Masken zur persönlichen Schutzausrüstung dazu (je nach Einsatzgebiet und Anlagen).
Symptome und Verlauf der Erkrankung
Die Inkubationszeit beträgt meist 5-6 Tage. Die Infektion zeigt sich durch plötzliches hohes Fieber über 40°C, Schüttelfrost und schweres Krankheitsgefühl. Hinzu kommen Atemnot, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie häufig Durchfall und Erbrechen.
Zum Weiterlesen:
LeTriwaStudie (bfr.bund.de)