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Kolibakterien im Trinkwasser – Risiken, Ursachen, Abhilfe

Laut Trinkwasserverordnung dürfen im Trinkwasser keine Kolibakterien enthalten sein. Kolibakterien lösen teilweise schwere Durchfallerkrankungen aus. Wie können die Keime in Ihr Leitungswasser gelangen? Wie lässt sich eine Verkeimung des Trinkwassers unterbinden? Unser nachfolgender Ratgeber liefert die passenden Antworten.

Kolibakterien

Kolibakterien im Trinkwasser – die wichtigsten Fakten

  • Kolibakterien können schweren Durchfälle und andere Erkrankungen auslösen.
  • Besonders gefährdet durch koliforme Keime sind Säuglinge, Kleinkinder und immungeschwächte Menschen.
  • Häufige Quelle von Kolibakterien im Wasser ist die Hausinstallation.
  • Mit einer Wasseranalyse können Sie Ihr Trinkwasser auf Kolibakterien testen.

Was sind Kolibakterien?

Kolibakterien (Alternativschreibweisen: Colibakterien, E.Coli oder Escherichia coli ) sind weltweit verbreitet und kommen unter anderem im menschlichen und tierischen Darm vor.

Von Kolibakterien existieren verschiedenste Stämme („Unterarten“). Einige dieser Stämme erfüllen im Verdauungstrakt wichtige Aufgaben. So produziert E.Coli zum Beispiel im menschlichen Darm Vitamin K, welches unter anderem einen wichtigen Einfluss auf die Blutgerinnung und die Erhaltung der Knochenstabilität hat. Es existieren jedoch ebenso zahlreiche pathogene (krankmachende) Stämme von Colibakterien.

Wie gefährlich sind Kolibakterien?

Wie bereits erwähnt, stellen nicht alle Stämme des Kolibakteriums ein Gesundheitsrisiko dar – solange diese im Darm verbleiben. Gelangen Kolibakterien jedoch zum Beispiel durch Wunden in den Körper, kann es unter anderem zu schweren Infektionen kommen. Besonders gefährdet sind dabei immungeschwächte Menschen. Wie bei anderen Bakterien treten inzwischen aufgrund des weit verbreiteten Einsatzes von Antibiotika auch bei Kolibakterien Resistenzen gegen Antibiotika auf. Dies macht die Behandlung von Infektionen teilweise schwierig [1].

Neben für Menschen mit intaktem Immunsystem oft harmlosen Koli-Stämmen, gibt es auch zahlreiche krankmachende Unterarten des Bakteriums wie zum Beispiel:

Enterotoxische E. coli und Enteroinvasive E. coli können zu schweren Durchfallerkrankungen führen.

Uropathogene E. coli können Harnwegserkrankungen auslösen.

Neonatale Meningitis auslösende Colibakterien sind eine mögliche Ursache für Hirnhautentzündungen bei Neugeborenen.

Enterohämorrhagische Escherichia coli (kurz: EHEC) zählen zu den besonders gefährlichen Coli-Stämmen. EHEC-Erreger können neben schweren Durchfällen auch Organe wie Gehirn und Nieren schädigen [2]. EHEC-Infektionen nehmen teilweise einen tödlichen Verlauf.

Welche Risiken drohen bei Kolibakterien im Trinkwasser?

TrinkwasserOb es zu Krankheitssymptomen durch Kolibakterien im Wasser kommt, hängt neben der Stärke des Immunsystems auch von der Anzahl der Keime im Trinkwasser ab. So verursachen geringe Keimzahlen bei gesunden Menschen in der Regel keine Symptome. Stärker erhöhte Keimzahlen rufen oft Durchfallerkrankungen hervor. Es kann jedoch durch die Aufnahme von belastetem Trinkwasser auch zu den im vorherigen Absatz geschilderten ernsthaften Erkrankungen bzw. Krankheitsverläufen kommen.

Besonders gefährdet durch Kolibakterien im Wasser sind

Säuglinge

Kleinkinder

immungeschwächte Menschen

Personen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes.

Hier können bereits geringe Keimzahlen Erkrankungen auslösen. Neben dem Trinken von verkeimten Wasser besteht durch Kolibakterien im Trinkwasser auch ein Risiko beim Duschen und Händewaschen, wenn die Bakterien durch Wunden in den Körper gelangen können.


 Wichtig zu wissen: Besonders gefährdet durch Kolibakterien sind Säuglinge, Kleinkinder sowie immungeschwächte Menschen!


Wie können Kolibakterien in das Trinkwasser gelangen?

Kolibakterien können über die verschiedensten Wege in Ihr Leitungswasser bzw. Trinkwasser gelangen. Bei zentraler Wasserversorgung liegt die Keimquelle meist innerhalb der Hausinstallation, da die Wasserversorger die Keimfreiheit auf Grundlage der deutschen Trinkwasserverordnung nur bis zum Hausanschluss garantieren.

Eintrittpforten für Kolibakterien innerhalb der Hausinstallation sind zum Beispiel verkeimte Perlatoren und Boiler, undichte Rohrleitungen oder verschmutzte bzw. mangelhaft gewartete Wasserfilter. Bei dezentraler Wasserversorgung über einen eigenen Brunnen können koliforme Keime zum Beispiel auch durch menschliche und tierische Fäkalien oder verunreinigtes Oberflächenwasser (Ausbringung von Gülle etc.) in das Trinkwasser gelangen. Bei Überschwemmungen, Rohbrüchen oder Betriebsstörungen kann in seltenen Fällen auch das Trinkwasser Ihrer Wasserwerke verkeimt sein.


Tipp: Mit einer Wasseranalyse können Sie Kolibakterien im Trinkwasser aufspüren.


Was tun bei Kolibakterien im Wasser?

Ob Ihr Trinkwasser mit Kolibakterien belastet ist, können Sie mit einer Trinkwasseranalyse herausfinden. Wir empfehlen unseren Wassertest Bakterien! Zum Wassertest Bakterien

Enthält das Wasser Kolibakterien, sollten Sie dieses vor der Verwendung mindestens 5 Minuten abkochen. Diese Maßnahme sollte allerdings nur als vorübergehende Notfallmaßnahme angewendet werden. Noch sicherer ist die Verwendung von Wasser aus dem Supermarkt als Trinkwasser und zur Zubereitung von Speisen. Priorität sollte stets die Beseitigung der Verkeimungs-Ursache haben!

 


Zum Weiterlesen:

[1] Universität Giessen, „Antibiotikaresistenzen: Multiresistenter E. coli-Stamm auf dem Vormarsch“
[2] Pharmazeutische Zeitung Online, „EHEC-Epidemie: Was bleibt, sind Nieren- und Hirnschäden“

 

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