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06
Nov 2015

Sollte man im Haushalt Wasser sparen?

Wie hoch ist der Wasserverbrauch in deutschen Haushalten?

In Deutschland werden jeden Tag pro Kopf etwa 130 Liter Wasser im Haushalt verbraucht.1 Das meiste Wasser verwenden wir dabei zum Baden und Duschen (36 Prozent).2
Die Toilettenspülung liegt mit 27 Prozent auf Platz 2 gefolgt vom Wäsche waschen mit 12 Prozent. Der Rest verteilt sich aufs Putzen, Autowaschen und die Gartenpflege. Tatsächlich wird das wenigste Wasser im Haushalt für die Essenszubereitung und zum Trinken verwendet; Es sind gerade mal 4 Prozent. Doch wir verbrauchen nicht nur das Wasser, das im Haushalt aus dem Hahn fließt. In allen Konsumgütern steckt Wasser, das zur Produktion eingesetzt wurde, sogenanntes virtuelles Wasser. Berechnet man dieses ein, verbraucht jeder Deutsche täglich 5.288 Liter Wasser im Haushalt. Damit könnte man 25 Badewannen füllen. In Deutschland wird somit jährlich die dreifache Menge des Bodensees an Wasser allein durch die Haushalte verbraucht.3

 

Macht Wasser sparen im Haushalt Sinn?

Spartasten, Sparwasserhähne, Perlatoren – es gibt viele Möglichkeiten, im Haushalt Wasser zu sparen. Doch Deutschland ist mit jährlich 850 Millilitern Niederschlag ein wasserreiches Land. Das Umweltbundesamt weist daher darauf hin, dass es hier weniger ums Wassersparen geht, als darum, das Wasser zu schonen.4 Verbrauchen wir weniger Wasser im Haushalt, fließt weniger durch die Rohrleitungen und das Risiko von Verkeimung und Korrosion steigt. Auch die Bundeszentrale für politische Bildung weist darauf hin, dass weniger das Wasser vor Ort, sondern vielmehr das virtuelle Wasser eingespart werden müsse, da die Produkte meistens aus wasserarmen Ländern stammten. Das Wasser, das im Haushalt eingespart würde, müsse hinterher zum Reinigen des nun weniger gespülten Rohrleitungsnetzes sowieso wieder eingesetzt werden. Wasser sparen macht in Deutschland nur Sinn, wenn es mit der Einsparung von Schadstoffen einher geht. Im Haushalt sollte man besonders warmes Wasser sparen, da zur Erwärmung Energie erzeugt werden muss, was wiederum mit der Freisetzung von dem Klimagas CO2 verbunden ist.

 

Wasser im Haushalt schonen

Jeder Schadstoff bedeutet eine zusätzliche Belastung für unsere Kläranlagen. Daher sollte man im Haushalt das Wasser schonen und durch das Konsumverhalten den Schadstoffeintrag in die Umwelt vermindern. Dies beginnt mit offensichtlichen Maßnahmen, wie die Vermeidung von Chemikalien im Haushalt und deren Entsorgung über Toilette oder Abfluss. Der sparsame Umgang mit Wasch- und Putzmitteln ist beispielsweise sehr wichtig. Durch den Kauf von ökologisch hergestellten Produkten trägt man ebenso dazu bei, dass unser Wasser geschont wird. Beispielsweise werden für ein Kilo Recyclingpapier 15 Liter Wasser verbraucht, für Papier aus Frischfasern braucht man 100 Liter. Im Allgemeinen sollte man bewusster kaufen und langlebige, recycelbare und ökologische Produkte vorziehen, denn jedes Produkt im Haushalt hat eine Auswirkung aufs Wasser.

 

Wasser im Haushalt auf Qualität testen lassen

Das Wasser, das in unsere Haushalte geliefert wird, ist von sehr guter Qualität.5
Wichtige Informationen zu Wasser und möglichen Schadstoffeintrag hat das Umweltbundesamt in seiner Publikation „Trink was“ zusammengetragen.6 Verunreinigungen entstünden meist nach Übergabe in die hauseigene Trinkwasserinstallation. Einer der häufigsten Gründe für Verunreinigungen sei die Stagnation des Wassers. Es könnten dadurch leichter Inhaltsstoffe der Leitungsrohre und metallische Korrosionsprodukte aufgenommen werden. Außerdem seien mikrobielle Einflüsse aus Biofilmen wahrscheinlicher. Krankheitserregende Keime wie Legionellen könnten sich ausbreiten. Fehler bei der Installation könnten zur Verunreinigung des Wassers beitragen, beispielsweise wenn stillgelegte Leitungen weiterhin mit dem übrigen Netz verbunden blieben. Um solche Fehler oder die Abnutzung der Trinkwasserinstallation aufspüren zu können, sollte man das Wasser regelmäßig mit einem Wassertest überprüfen lassen. Nicht zuletzt, um herauszufinden, ob von dem im Haushalt verwendeten  Wasser eine Gesundheitsgefahr ausgeht.

 

 

 

 

Referenzen:

1 http://www.hydrologie.uni-oldenburg.de/ein-bit/11686.html

2 http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/document/downloadImage.do;jsessionid=838E352D6A6DE69C23B16924FFB34081?ident=17542

3 http://www.wwf.de/themen-projekte/fluesse-seen/wasserverbrauch/wasser-fussabdruck/

4 http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/dossier-umwelt/61196/wassersparen?p=all

5 https://www.umweltbundesamt.de/presse/presseinformationen/deutsches-trinkwasser-erhaelt-testnote-sehr-gut

6 https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3058.pdf