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21
Jul 2017
Wasserqualität Bodensee

Wasserqualität Bodensee

Der Bodensee gehört zu den größten Seen Europas. Wie ist es um die Bodensee Wasserqualität bestellt? Wie wird das Bodensee-Wasser zur Trinkwasser aufbereitet und welche Städte nutzen das Wasser des Bodensees zur Trinkwasserversorgung? Der nachfolgende Artikel enthält viele interessante Fakten und Infos zum Thema Wasserqualität des Bodensees.

Allgemeine Fakten zum Bodensee im Kurzüberblick

Der Bodensee liegt im Grenzgebiet zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Gesamtfläche des Sees beträgt über 500 km² und das See-Volumen liegt bei ca. 48 km3. Die Maximaltiefe beträgt 251 m und das Wassereinzugsgebiet des Sees umfasst über 11.400 km². Der See wird unter anderem von den Flüssen Rhein, Goldach, Rotach und Argen gespeist. Zu den größeren Städten am Seeufer zählen zum Beispiel Konstanz, Bregenz, Friedrichshafen und Radolfzell am Bodensee. Die gesamte Region um den Bodensee ist touristisch stark erschlossen. Zu den bekanntesten Touristenattraktionen zählen die Inseln Mainau und Lindau sowie das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen. Wegen des milden Klimas gehört die Bodenseeregion zu den bedeutendsten Obst- und Weinbauregionen in Europa.

Wie gut ist die Bodensee-Wasserqualität?

Die Wasserqualität des Bodensees hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verbessert und gilt heute in der Regel als sehr gut. Lokal können jedoch zum Beispiel nach Überschwemmungen oder starken Regenfällen Belastungen durch Coli-Bakterien oder Schadstoffeinträge aus überschwemmten Industriebetrieben auftreten. Deshalb sollten Sie nicht direkt aus dem Bodensee trinken. Einen großen Anteil an der Verbesserung der Qualität des Bodensee-Wassers hat der konsequente Bau von Kläranlagen seit den 1970er Jahren. Vor dem Bau der Kläranlagen wies der Bodensee zum Beispiel hohe Belastungen mit Phosphor auf, welche teilweise Werte von fast 100 mg/m³ erreichten. Bis zum Jahr 2005 ging der Gehalt an Gesamtphosphor auf ca. 10 mg/m³ zurück. Phosphor gelangt unter anderem durch die Landwirtschaft und kommunale Abwässer in den Bodensee. Ein zu hoher Phosphorgehalt in Gewässern führt zu verstärktem Algen- und Pflanzenwachstum. In der Folge kann im Gewässer Sauerstoffmangel auftreten. Vielfach liegt die Belastung des Bodenseewassers mit Schadstoffen heute selbst ohne Aufbereitung deutlich unter den Grenzwerten der strengen deutschen Trinkwasserverordnung. So liegt der Gehalt an Quecksilber zum Beispiel bei nur 0,00005 mg/l, während die Trinkwasserverordnung 0,0010 mg/l erlaubt. Der Gehalt an Nitrat liegt bei nur 4,2 mg/l. Laut Trinkwasserversorgung gilt für Nitrat ein Grenzwert von 50 mg/l. Dieser wird von vielen Brunnen in landwirtschaftlich genutzten Gebieten überschritten. Das Bodensee-Wasser weist im Durchschnitt eine Wasserhärte von 9 °dH (Deutsche Härte) auf und zählt damit zum Härtebereich „mittel“.1

Trinkwasser aus dem Bodensee – welche Städte werden versorgt?

Pro Jahr werden ca. 180 Millionen m³ Trinkwasser durch Wasserversorger aus dem Bodensee gewonnen. Insgesamt verwenden über 4 Millionen Menschen Bodensee-Trinkwasser. Mit einer Trinkwasserentnahme von ca. 125 Millionen m³ ist der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung der größte Wasserversorger am Bodensee. Über den Zweckverband werden unter anderem die Städte Stuttgart, Heilbronn, Reutlingen und Tübingen mit Wasser aus dem Bodensee beliefert. Außerhalb des Zweckverbandes werden zum Beispiel die Städte Friedrichshafen, Konstanz und St. Gallen mit Bodensee-Trinkwasser versorgt.

Wie wird das Bodenseewasser zu Trinkwasser aufbereitet?

Der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung entnimmt das Rohwasser aus einer Tiefe von 60 Metern, da dort die Wasserqualität des Bodensees weniger durch oberflächliche Verunreinigungen beeinflusst wird. Der erste Aufbereitungsschritt erfolgt in einer Mikrosiebanalage, wo Schwebstoffe und Mikroorganismen aus dem Wasser entfernt werden. Anschließend wird Rohwasser durch eine Oxidation mit Ozon entkeimt. Über nachgeschaltete Zweischicht-Schnellfilter wird das Wasser des Bodensees von eventuell noch vorhandenen Trübstoffen befreit. Die Filter arbeiten dazu unter anderem mit dicken Schichten aus Anthrazitkohle und Quarzsand. Das aufbereitete Trinkwasser wird nach der Aufbereitung in Trinkwasserbehälter mit einem Gesamtvolumen von fast 500.000 m³ eingespeist.2

Referenzen

1 Zweckverband Ammertal-Schönbuchgruppe, „Bodenseewasser: Jahresmittelwerte 2016 (BWV-Labor)“: http://www.asg-wasser.de/wDeutsch/trinkwasser/wasser_asg/analysewerte/bodenseewasser.php

2 Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung, „Weg des Wassers“: http://www.bodensee-wasserversorgung.de/index.php?id=124

 

Leider kann es immer wieder vorkommen, dass auch die Bodensee Wasserqualität durch Schadstoffe in Rohren und Aramturen leiden. Erfahren Sie hier mehr zu unseren Wasseranalysen, um Ihr Trinkwasser vom Bodensee zu testen: http://www.test-wasser.de/bodensee-wasserqualitaet

 

 

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