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08
Feb 2016

Grenzwerte für Trinkwasser

Die Grenzwerte für Schadstoffe und Keime im Trinkwasser werden in Deutschland durch die im Mai 2001 erlassene Trinkwasserverordnung (kurz: TrinkwV) festgelegt. Die Trinkwasserverordnung soll so den Verbraucher vor Gesundheitsgefahren durch verunreinigtes Wasser schützen. Neben Grenzwerten für das Trinkwasser enthält die TrinkwV auch Begriffsdefinitionen und Vorschriften zum Schutz von Trinkwasser.
Die Einhaltung der Grenzwerte für Trinkwasser wird von den Wasserwerken immer nur bis zum Hausanschluss garantiert. Auf den letzten Metern bis zum Wasserhahn kann das Trinkwasser aber zum Beispiel durch Ihre Hausinstallation verunreinigt werden.


Grenzwerte für Trinkwasser – welchen Zweck haben sie?

Grenzwerte für Trinkwasser sollen auch bei dauerhafter Deckung des Flüssigkeitsbedarfs mit Leitungs- oder Brunnenwasser vor Gesundheitsschäden durch Schadstoffe und Keime schützen. Völlig reines Wasser wie destilliertes Wasser in Laborqualität enthält keinerlei Schadstoffe oder Keime. Vollkommen schadstofffreies Wasser ist in der Natur praktisch nicht zu finden. So werden zum Beispiel aus Gesteins- und Bodenschichten fast immer geringe Mengen an Schwermetallen wie Blei, Kupfer oder Nickel ausgewaschen. In geringen Mengen gehen von Schwermetallen im Wasser aber meist auch keine Gesundheitsgefahren aus. Einige Schwermetalle wie Kupfer oder Zink sind für den Menschen in Spuren sogar lebensnotwendig.
Auch andere häufig im Trinkwasser enthaltene Stoffe wie Natrium, Nitrat oder Nitrit sind teilweise natürlichen Ursprungs und werden erst in höheren Konzentrationen zu einer Gesundheitsgefahr. Dies gilt auch für einige Bakterien.
Grenzwerte für Trinkwasser wurden aber auch für Industrieschadstoffe wie Benzol, Tetrachlorethen oder Rückstände von Pflanzenschutzmitteln erlassen.
In Industriestaaten ist es, abgesehen von versiegelten Tiefenwasserquellen, fast unmöglich, Wasser ohne geringe Spuren von Industrieschadstoffen zu fördern. Würde die Trinkwasserordnung keinerlei Spuren dieser Schadstoffe tolerieren, wäre eine ausreichende Trinkwasserversorgung der Bevölkerung ökonomisch und praktisch nicht zu gewährleisten.


Wie werden Grenzwerte für Trinkwasser festgelegt?

Die Ermittlung von Grenzwerten für Trinkwasser erfolgt auf wissenschaftlicher Basis. Dazu werden oft auch Erkenntnisse aus Tierversuchen verwendet. Hierzu werden meist Ratten über lange Zeiträume einem Schadstoff in verschiedenen Konzentrationen ausgesetzt. Dies kann zum Beispiel über die Nahrung oder das Trinkwasser geschehen. Am Ende einer Testreihe wird der sogenannte NOEL-Wert (No-Effect-Level) ermittelt. Dieser gibt an, welche Konzentration des Schadstoffs vertragen wird, ohne dass sich irgendwelche Symptome bei den Tieren zeigen.
Aus dem NOEL-Wert wird ein ADI-Wert (erlaubte tägliche Höchstaufnahmemenge) ermittelt. Der ADI-Wert wird ermittelt, indem die für Ratten ermittelte Menge auf das Gewicht eines Menschen hochgerechnet wird.
Um das Risiko weiter zu minimieren, wird der Wert durch einen Sicherheitsfaktor geteilt. Dieser beträgt meist 10 oder 100. Durch den Sicherheitsfaktor soll zudem sichergestellt werden, dass auch empfindliche Personen wie Kinder oder Kranke durch die Grenzwerte für Trinkwasser ausreichend geschützt werden.


Wichtige Grenzwerte für Trinkwasser laut Trinkwasserverordnung

Grenzwerte für Trinkwasser sind in der Trinkwasserverordnung unter anderem für die Schwermetalle Blei (0,010 mg/l), Kupfer (2 mg/l), Chrom (0,050 mg/l) und Nickel (0,020 mg/l) festgelegt. Blei und Kupfer können zum Beispiel aus Blei- und Kupferrohren in der Hausinstallation abgegeben werden.
Außerdem schreibt die Trinkwasserverordnung Grenzwerte für Eisen (0,20 mg/l) und Mangan (0,050 mg/l) im Trinkwasser vor. Eisen und Mangan sind in den üblicherweise im Wasser vorkommenden Konzentrationen nicht gesundheitsschädlich. Allerdings können zu hohen Eisen- und Mangankonzentrationen das Wasser braun färben und den Geschmack des Trinkwassers beeinträchtigen.
Weitere wichtige Grenzwerte für Trinkwasser betreffen Nitrat (50 mg/l) und Nitrit (0,50 mg/l). Beide Stoffe gelangen durch intensive Landwirtschaft in den Wasserkreislauf. Nitrat ist insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder schädlich, da es unter anderem den Sauerstofftransport im Blut behindern kann.
Neben Schadstoffen schreibt die Trinkwasserverordnung auch strikte Grenzwerte für die Anzahl an Keimen wie E. Coli (0/100 ml) im Trinkwasser vor.1 Coli-Bakterien sind Fäkalkeime, die zum Beispiel durch undichte Rohrleitungen, Tierkot oder bei Hochwasserlagen in das Trinkwasser gelangen können. Fäkalkeime können schwere Durchfallerkrankungen auslösen.
Mit Änderungen der Trinkwasserverordnung in den Jahren 2011 und 2012 wurden zum Beispiel auch Grenzwerte bzw. Untersuchungsvorschriften für Uran (0,01 mg/l) und Legionellen-Bakterien für Trinkwasser erlassen.

 

Referenzen zum Artikel "Grenzwerte für Trinkwasser":

1 Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, „Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung -TrinkwV 2001): http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/trinkwv_2001/gesamt.pdf

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